Schwebender Jazz und Bühnenkäfer

schwerelos-Sportschloss-Velen_624Der nächste Jour Fixe am 5. März zeichnet sich abermals durch ein abwechslungsreiches Programm aus. Aus Düsseldorf kommt das Duo ton 3 mit eigenen Songs auf unsere kleine Bühne. Henning Neidhardt, Manon Tefert und Lukas Baumhove präsentieren Songs aus Jazz, Pop und Soul. Die stagebugs werden das Publikum mit einem interaktiven Programm überraschen und die sechsköpfige Band schwerelos bringt eigene Songs zu Gehör. Detaillierte Informationen finden Sie unter Menüpunkt „Termine“. Der Eintritt ist, wie immer, frei. Einlass ist ab 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr.

Ein neuer Stern mit auditivem Urlaub

Die Sommerpause ist vorbei, die Tage werden wieder kürzer und die Biergärten haben schon lange geschlossen. Was liegt da also näher, sich wieder der lokalen Kulturszene zu widmen? Am Dienstag, 4 Oktober, startet die Familienbildungsstätte wieder ihre Kleinkunstbühne „Jour Fixe“.

Ein vorwiegend musikalisches, jedoch bei Weitem nicht einseitiges Programm erwartet den Besucher. Zum ersten Mal ist Nadja Zellmann mit von der Partie. „Die junge Sängerin feiert ihr Debüt auf der Kleinkunstbühne und traut sich dabei, sich selbst auf dem E-Piano zu begleiten. Ein neuer Stern in der Kleinkunstszene von Bocholt“, ist Organisator Ulrik Störzer überzeugt.

Magische Momente haben beim Jour Fixe Tradition, denn wenn Mentalist und Hypnotiseur Timon Krause das Ruder übernimmt, wird sicher wieder das eine oder andere Raunen durchs Publikum gehen. Als Stammgast des Jour Fixe ist Krause immer wieder für staunende Blicke und ungläubiges Kopfschütteln zuständig.

Luna Blanca bringen mediterrane Klänge auf die Bühne des Jour Fixe.

Welche Musikrichtung sich hinter dem Begriff „Nuevo Flamenco“ verbirgt, dieses Geheimnis lüftet das Trio Luna Blanca. Richard Hecks, Michael Müller-Löchte und Herbert Schmeinck haben als Luna Blanca bereits vier Alben produziert. Soviel sei verraten: die Besucher dürfen sich auf sanfte Gitarren und mediterrane Klangwelten freuen. Ein auditiver Urlaub, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Ihr 2010 veröffentlichtes Album „Provence“ schaffte es bei den ZMR Music Awards unter die ersten Fünf in der Kategorie „Best World Album“.

Ihr Jour-Fixe-Debut gibt auch die Band 4 Sale, deren Gründung auf das Jahr 1980 zurückgeht. Mit ihren Eigenkompositionen sind 4 Sale in Bocholt längst eine Institution. Herbert Niestegge, Dirk Schlattmann, Johannes Schoofs und Neuzugang Friedhelm Hellerhoff werden an diesem Abend einige Titel aus ihrem Programm als Akustik-Set auf die Bühne der Fabi bringen.

Einlass zum Jour Fixe im Mehrgenerationenhaus Familienbildungsstätte am Ostwall ist wie gewöhnlich um 19 Uhr. Das Programm beginnt um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

„Wir haben Klischees zu bedienen“

Letzter Jour Fixe vor der Sommerpause bot XXL-Programm

„Dieses Lied habe ich mir kürzlich selbst ausgedacht und, weil ich es so schön fand, möchte ich es nochmal hören. Deshalb spiele ich es jetzt“, scherzte Theo Theissen und spielte am Clavinova ein Werk, das von großer Musikalität zeugte. Der pianistische Autodidakt spielte außerdem mit viel Virtuosität Boogie Woogies, Ragtime und Stücke aus den 20er Jahren. So erntete er große Anerkennung beim Publikum, welches diese mit reichlich Applaus unterstrich.

Als „Pech Haben“, Inhaber einer Zeitarbeitsfirma, stellte sich Kabarettist Andreas Tristram zum ersten Mal einem Publikum vor und präsentierte Teile aus seinem Solo-Programm „Die Hoffnung ist tot“. „Mit Hartz-IV-Empfängern kann’se kein Geld verdienen. Ist doch besser, ich gebe die Arbeitskraft, sagen wir mal, meinem Bruder, der eine eigene Firma hat. Für zwanzig Euro die Stunde. Davon gebe ich dem Arbeiter 6,50 Euro. Bei 100 Arbeitern, wat meinen’se wat da zusammenkommt!“ Bissig stellte er den vorherrschenden Umgang mit Arbeitslosen und Hartz-IV-Empfängern dar.

Mit seiner Diabolo-Jonglage vom allerfeinsten heimste Martin Niehuis einen Szenenapplaus nach dem anderen für sich ein. Scheinbar magisch, als seien die Gesetze der Physik für einen Moment ausser Kraft gesetzt, bewegte er die Halbkugel-Diabolos über das zwischen den Handstöcken gespannte Seil und wirbelte sie durch die Luft.

Mona Ehlen, Mona Theyssen und Frederik Theyssen brachten instrumentale Songs und Gesangsstücke auf die Bühne. So z. B. „Nothing else matters“ von Metallica. Mit Piano, E-Gitarre und die Melodie-Linie auf der Violine gespielt entstand ein nicht alltäglicher, doch interessanter Sound, der dem Rock-Klassiker neues Leben einhauchte.

Da sich die „Silver Falcons“, aufgrund eines weiteren Auftritts vor dem Jour Fixe, etwas verspäteten, überbrückte vor der Pause Theo Theissen mit seinen Klavierkünsten.

Dann endlich waren sie da: Marco Launert und Christin Bastijans präsentierten Songs wie „Wicked Game“ von Chris Isaak oder „Perhaps, perhaps, perhaps“, das der Kubaner Osvaldo Farrés 1947 in spanisch (Quizás, quizás, quizás) schrieb und welches schon von Nat King Cole oder Doris Day interpretiert wurde. Dabei bestach nicht nur die von Marco Launert routiniert virtous gespielte Gitarre, sondern vor allem die ausdrucksstarke Stimme von Christin Bastijans. Bastijans versteht es ausgezeichnet, die Emotionen eines Songs über ihre Stimme zu transportieren. Trotz der Zugabe „Nobody’s Wife“ von Anouk war der Auftritt der beiden viel zu schnell vorüber.

Doch wurde das Publikum von einem weiteren Highlight belohnt: Tribe Mayura, die mit „Tribal Style“ Tänze, vorwiegend aus dem orientalischen Raum, auf die Bühne brachten. Ein Augenschmaus, den man gesehen haben muss. Da die Damen sich für den zweiten Teil ihrer Vorführung umziehen mussten, kam Kabarettist Andreas Tristran ein weiteres Mal auf die Bühne. Diesmal als besoffener Hartz-IV-Empfänger, der sich über das Bild, dass die öffentliche Meinung von Hartz-IV-Empfängern hat, aufregte. „Wir haben Klischees zu bedienen. Ich habe mich gefälligst in der Öffentlichkeit negativ auffallend zu verhalten.“ Ein Beitrag, der weniger zum Lachen anregte, jedoch nachdenklich stimmte, was auch durchaus das Ziel des Künstlers war.

Nach einem weiteren Intermezzo durch Theo Theissen am Piano, brachten „Tribe Mayura“ den zweiten Teil ihres Programms. Natürlich wurden auch sie vom begeisterten Publikum nicht ohne Zugabe von der Bühne gelassen.

Das umfangreiche und äußerst abwechslungsreiche Programm dieses Abends verlangte ausgeprägtes Sitzfleisch beim Publikum, denn das Ende war erst gegen 23 Uhr.

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Hier geht’s zum Video-Nachbericht von BBV-TV.